Eine der bedeutendsten europäischen Sammlungen der Gussstücke der antiken Plastik, die bei der Karls-Universität in Prag errichtet wurde, umfasst eine umfangreiche Auswahl des Besten, was in der antiken Bildhauerkunst geschaffen wurde. Die originellen Werke, die in weltweiten Sammlungen verstreut sind, kann man niemals im Ganzen sehen, es gibt auch eine Reihe von Fällen, in denen ein Teil der Statue, des Reliefs oder der Statuengruppe in einem anderen Museum als der Rest platziert ist. Den Gussstücken der Marmorstatuen fehlt die feine Farbigkeit der Originale, aber sie bringen am besten ihre Bildhauerqualitäten näher. Seit dem 19. Jahrhundert räumen die Sammlungen der Gipsabgüsse, die meistens in allen bedeutenden europäischen Museen und Universitäten errichtet wurden, die Möglichkeit ein, sich mit den Sehenswürdigkeiten der antiken Kunst bekannt zu machen. Sie waren für die Öffentlichkeit und vor allem für Studenten als ein Studienmaterial bestimmt, jedoch sie dienten ebenfalls vielen bildenden Künstlern, die in den Gussstücken ein Vorbild und eine Inspiration für ihr eigenes Schaffen fanden. Die Prager Universitätssammlung, die seit dem 19. Jahrhundert im Clementinum untergebracht wurde, entstand durch eine langfristige und anspruchsvolle Sammlertätigkeit, die schrittweise zur Schaffung einer umfangreichen Kollektion der Gipfelwerke der antiken Bildhauerkünstler führte. Zu den weltweiten Unikaten in der Sammlung gehören Rekonstruktionen von Statuen und Statuengruppen, die von Wilhelm Klein aus Fragmenten aus verschiedenen europäischen Museen zusammengestellt wurden. Einzigartig sind ebenfalls Exemplare, die die getreue Form der heute bereits verlorenen oder vermissten Originale erhalten.
Zum ersten Sitz der Sammlung wurde nach der Auflösung der Installation im Prager Clementinum am Anfang der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts für eine kurze Zeit das Schloss Hrubý Rohozec bei Turnov. Im Jahre 1965 wurde der Universität ein neues Objekt angeboten - das Franziskanerkloster in Hostinné, dessen mäßige, durchleuchtete Räume für die ständige Ausstellung der antiken Plastik geeignet waren. Die durch wiederholte Umzüge beschädigten Gussstücke wurden schrittweise fachgemäß restauriert und in das Interieur beider Domschiffe installiert. Im August 1969 wurde die Galerie der antiken Kunst für die Öffentlichkeit geöffnet.